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Guatemala – zurück in einem vertrauten Land und 40 Jahre Maturatreffen

Guatemala ist für uns kein unbekanntes Reiseziel. Mattias ist in den 70er- und 80er-Jahren in Guatemala aufgewachsen und kennt das Land seit seiner Kindheit. Gertrud ist inzwischen zum fünften Mal in Guatemala. Viele Orte, Menschen und Geschichten verbinden uns mit diesem Land.

Diesmal ist Gertrud vorgeflogen. Am 4. Juli ging es für sie von Frankfurt über Madrid nach Guatemala. Sie wollte die zwei Wochen vor Mattias’ Ankunft nutzen, um in einer Sprachschule in Antigua ihr Spanisch zu verbessern. Sieben Stunden Einzelunterricht pro Tag waren durchaus anstrengend, aber die Mühe hat sich gelohnt: Ihr Spanisch hat sich deutlich verbessert. Danke Conchita! 

Am Wochenende zeigten unsere Freunde Mario und Anita Gertrud die komplette Kaffeeproduktion ihrer Finca. Dabei bekam sie einen interessanten Einblick in die verschiedenen Schritte der Kaffeeproduktion und konnte gleichzeitig viel Zeit mit unseren Freunden verbringen.

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Am 16. Juli kam Mattias schließlich nach. Auch er flog über Madrid nach Guatemala, nahm nach der Ankunft direkt unser Mietauto entgegen und fuhr noch am selben Abend nach Antigua, wo Gertrud bereits auf ihn wartete.

Am 17. Juli hatte Gertrud ihren letzten Schultag. Während sie noch einmal zum Spanischunterricht ging, erkundete Mattias ein wenig Antigua, dabei wurden beide an diesem Vormittag von einem stark spürbaren Erdbeben überrascht, glücklicherweise gab es keine Schäden. Das Epizentrum mit der Stärke 7,3 befand sich in Südmexiko. Am Abend stand dann noch ein besonderes Erlebnis auf dem Programm: das Festival de las Luces. Dabei wurden die Fassaden verschiedener Kirchen in Antigua mit modernen Lichtinstallationen und Projektionen angestrahlt. Die historischen Gebäude der Stadt wurden dadurch in eine ganz besondere Atmosphäre getaucht.

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Zu Besuch bei der Familie Ponce

Am 18. Juli begann unsere gemeinsame Reise. Wir fuhren zu unseren Freunden, der Familie Ponce, und verbrachten dort das Wochenende. Am 19. Juli schauten wir gemeinsam das Fußball-WM-Finalspiel und genossen die Zeit mit der Familie.

Am 20. Juli ging es zusammen mit den Seniors der Familie Ponce und Toté an den Pazifischen Ozean. Dort verbrachten wir drei wunderschöne Tage direkt am Wasser.

Am 23. Juli fuhren wir gemeinsam mit den Ponces noch einmal ins Zentrum von Guatemala-Stadt. Zuerst besuchten wir den Zentralmarkt, wo wir einige Einkäufe erledigten. Anschließend besichtigten wir das neue Museum, in dem die Unabhängigkeitserklärung Guatemalas ausgestellt ist. Danach folgte eine Führung durch den Nationalpalast.

Am Abend begannen dann die Feierlichkeiten rund um das 40-jährige Maturatreffen. Für diesen ersten Abend verabredeten wir uns in einer kleinen Gruppe mit Anneliese, Klemens und Rolando zum gemeinsamen Abendessen.

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Freitag, 24. Juli – zurück an die Österreichische Schule

Am Freitag trafen wir uns mit einer großen Gruppe ehemaliger Mitschüler in der Österreichischen Schule Guatemala – der Schule, die für Mattias einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend geprägt hat.

Wir bekamen eine ausführliche Führung durch die Schule und konnten dabei sehen, was sich in den vergangenen 40 Jahren verändert und weiterentwickelt hat. Gleichzeitig war vieles erstaunlich vertraut. Besonders beeindruckend: Die Schule ist noch immer unglaublich grün. Zahlreiche Gärten und die liebevoll gestalteten Außenbereiche geben ihr bis heute eine ganz besondere Atmosphäre.

Im Anschluss an die Führung gab es ein Treffen mit der 4. Bachillerato, also der vorletzten Klasse vor der Matura. Gemeinsam sprachen wir mit den Schülern über ihre Pläne, Wünsche und Vorstellungen für ihre Zukunft.

Drei Personen aus unserer Gruppe, darunter auch Mattias, wurden anschließend gebeten, jeweils einen kurzen Vortrag von etwa fünf Minuten über ihren persönlichen Lebensweg und ihre berufliche Entwicklung zu halten.

Die Botschaft dahinter war einfach: Die Österreichische Schule bereitet euch sehr gut auf das Leben vor – aber danach müsst ihr eure eigenen Träume leben.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch einen besonders schönen Moment: Olga, die Grundschullehrerin von Mattias, wurde geehrt. Sie hatte Mattias in seinen ersten Schuljahren unterrichtet. Der Maturajahrgang 1986 wurde damals sogar nach ihr benannt – eine schöne Anerkennung für eine Lehrerin, die bei vielen Schülern bleibende Spuren hinterlassen hat.

Während der Feierlichkeiten in der Österreichischen Schule war Gertrud bei der Familie Ponce. Die Schule kannte sie bereits von ihren früheren Guatemala-Besuchen recht gut, sodass sie die Zeit anderweitig verbringen konnte.

Nach der Veranstaltung holte Mattias sie ab und gemeinsam ging es wieder zurück nach Antigua, wo die eigentlichen Hauptfeierlichkeiten des Maturatreffens stattfinden sollten. Die Fahrt durch den dichten Verkehr von Guatemala-Stadt dauerte mehrere Stunden. In Antigua angekommen, checkten wir in unser neues, sehr nettes Hotel ein.

Der erste Abend war ausschließlich den ehemaligen Klassenkollegen vorbehalten. Gertrud blieb deshalb im Hotel. Für Mattias wurde es ein sehr lustiger und besonderer Abend. Einige der ehemaligen Mitschüler hatte er tatsächlich seit rund 40 Jahren nicht mehr gesehen. Die meisten anderen hatte er allerdings immer wieder getroffen, denn Mattias war grundsätzlich alle fünf Jahre zu den Maturatreffen nach Guatemala gereist.

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Samstag – die große Feier

Am Samstagvormittag trafen wir uns zunächst mit Claudia M. und gingen gemeinsam kurz auf den Markt. Wir verbrachten eine schöne, entspannte Zeit miteinander, bevor am Mittag die große Feier begann.

Treffpunkt war das Haus von Juan Carlos S., der es freundlicherweise für die Feier zur Verfügung gestellt hatte. Dort ging es dann richtig los. Es gab ein großartiges Buffet mit hervorragendem Essen und dazu unzählige liebevolle Details und Erinnerungsstücke. Guicho R.hatte die Feier bis ins kleinste Detail vorbereitet – unter anderem gab es Becher mit den Namen der Teilnehmer und viele andere kleine Erinnerungen an diesen besonderen Tag.

Eigentlich war die Feier offiziell nur bis 18 Uhr geplant. Aber wie so oft kam es anders: Die Party war ein voller Erfolg und wollte einfach nicht enden. Aus dem geplanten Nachmittag wurde ein langer Abend – die letzten Gäste machten sich erst gegen 2 Uhr morgens auf den Weg zurück ins Hotel.

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Sonntag – Katerfrühstück, Antigua und Glaskunst

Am Sonntag gab es zunächst noch ein letztes kleines Treffen zum Katerfrühstück. Viele der ehemaligen Mitschüler kamen noch einmal zusammen. Bei Kaffee und Frühstück konnten wir die vergangenen Tage Revue passieren lassen und noch ein paar gemütliche Stunden miteinander verbringen.

Danach hatten wir endlich einmal Zeit, Antigua zu zweit unsicher zu machen – das erste Mal seit zehn Tagen. Wir spazierten durch die Stadt, gingen ein bisschen shoppen und ließen es uns bei einem sehr guten Essen gut gehen.

Dabei erlebten wir auch unsere erste echte Flucht vor einem tropischen Regenguss. Der Regen kam so plötzlich und heftig, dass wir uns schnell einen trockenen Unterschlupf suchen mussten.

Außerdem hatten wir an diesem Sonntag noch die Gelegenheit, ein ganz besonderes Glasmuseum zu besuchen. Das Museum verbindet präkolumbianische Kunst mit moderner Glaskunst und schafft dadurch eine interessante Verbindung zwischen der jahrhundertealten Kultur Guatemalas und zeitgenössischer Kunst.

Den Besuch verdankten wir Eduardo, der bei der Glasfirma in Guatemala für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und uns den Besuch vorgeschlagen hatte. Für uns war es eine überraschende und sehr interessante Ergänzung zu den vielen Eindrücken dieses Wochenendes.

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Montag, 27. Juli – Abschied von Antigua

Am Montag machten wir zunächst noch die letzten kleinen Einkäufe in Antigua. Und dann setzte sich Gertrud doch noch durch: Der Cerro de la Cruz musste besucht werden – schließlich war er bei ihren vier vorherigen Guatemala-Reisen immer noch auf der Liste offen.

Die Fahrt hinauf hat sich allerdings gelohnt. Bei recht schönem Wetter hatten wir von dort oben einen tollen Blick über Antigua und konnten auch die umliegenden Vulkane sehen.

Von Antigua ging es anschließend über Ciudad Vieja weiter Richtung Escuintla und schließlich an die Küste. Dort verbrachten wir drei Tage mit unserer sehr guten Freundin Claudia U. Wir waren im Wochenendhaus ihres inzwischen verstorbenen Bruders untergebracht und konnten dort eine sehr schöne und entspannte Zeit miteinander verbringen.

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Donnerstag, 30. Juli – ein Wiedersehen nach 30 Jahren

Langsam neigte sich unser Urlaub dem Ende zu. Allerdings warteten noch zwei oder drei wirkliche Highlights auf uns.

Eines davon war für Mattias besonders wichtig: Am 30. Juli traf er sich zum Frühstück mit seinem ehemaligen Fluglehrer Roberto. Die beiden hatten sich tatsächlich seit rund 30 Jahren nicht mehr gesehen und auch keinen Kontakt mehr gehabt.

Das Wiedersehen war entsprechend emotional. Nach so langer Zeit wieder gemeinsam am Tisch zu sitzen, war für beide eine große Freude. Für Roberto, der Mattias einst das Fliegen beigebracht hatte, war es etwas ganz Besonderes zu erfahren, dass Mattias inzwischen die Boeing 747 fliegt. Davon hatte er bisher nichts gewusst.

Nach diesem besonderen Treffen holte Mattias Gertrud wieder bei der Familie Ponce ab. Anschließend trafen wir uns noch auf einen Kaffee mit Claudia M. und ihrer Mutter. Leider konnten wir ihren Vater diesmal nicht sehen, da es ihm gesundheitlich nicht besonders gut ging.

Den Tag ließen wir schließlich bei einem gemeinsamen Abendessen mit Anneliese ausklingen. Dabei unterhielten wir uns ausführlich über ihre Zukunftspläne und die geplante Umgestaltung ihrer Finca an der Küste Guatemalas.

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Freitag, 31. Juli – ein kulinarischer Höhepunkt

Unser letzter voller Tag in Guatemala sollte noch einmal ein echtes Highlight werden. Wir wurden von Ludwine und ihrem Mann Ralf eingeladen. Ludwine ist die Tochter von Olga, der Grundschullehrerin von Mattias, die bei den Feierlichkeiten in der Österreichischen Schule geehrt worden war. Zwischen der Familie Riedel und der Familie Pak besteht seit vielen Jahren eine sehr herzliche familäre Freundschaft.

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück in der Nähe von Fraijanes. Danach erwartete uns ein ganz besonderes kulinarisches Abenteuer: ein mehrstündiges 12-Gänge-Menü im Restaurant DIACA.

Dort wird typische guatemaltekische Küche auf moderne, hochwertige und teilweise völlig neu interpretierte Weise zubereitet. Jeder einzelne Gang war eine kleine Überraschung und ein absoluter Gaumenschmaus. Dazu wurden außergewöhnliche alkoholfreie Getränke serviert, die perfekt auf die verschiedenen Speisen abgestimmt waren.

Für uns war dieses Mittagessen eines der kulinarischen Highlights des gesamten Urlaubs – und gleichzeitig ein wirklich großartiger Abschluss unseres letzten vollen Tages in Guatemala.

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Samstag, 1. August – Abschied von Guatemala

Und plötzlich war schon der Samstag da – unser Abreisetag.

Eigentlich wollten wir zum Frühstück noch einmal gemeinsam mit der Familie Ponce essen gehen. Doch ein größerer Stromausfall im Haus der Ponces machte diesen Plan zunichte. Wir mussten auf die Mitarbeiter der Stromfirma warten und verbrachten deshalb stattdessen einen sehr gemütlichen letzten Vormittag bei ihnen zu Hause.

Es gab noch einmal ganz typisch Frijoles und Tortillas, dazu nette Gespräche und Zeit, um uns in Ruhe voneinander zu verabschieden.

Zu Mittag mussten wir dann endgültig los. Wir fuhren zum Flughafen, checkten ein und traten die Rückreise nach Europa an. Der Flug führte über San Salvador und Madrid weiter nach Frankfurt.

Am Sonntag spät abends kamen wir in Frankfurt an. Trotz der bereits fortgeschrittenen Stunde fuhren wir noch etwa eine Stunde Richtung Süden zu einem vorab reservierten Hotel. Dort versuchten wir, trotz Jetlag etwas Schlaf zu bekommen.

Am Montag ging es weiter nach München. Nach einem kurzen Treffen mit Lorenz und Julius fuhren wir schließlich weiter nach Ossiach.

Damit begann unsere Guatemala-Reise zu Hause in Liersberg und endete zu Hause in Ossiach.

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Unser Resümee

Wie immer war es ein wunderschöner Urlaub in Guatemala. Es war für Mattias ein „Nach Hause kommen“!

Guatemala ist und bleibt für uns ein ganz besonderes Land. Vor allem sind es die Menschen, die dieses Land so besonders machen. Wir haben dort so viele großartige Freunde, fühlen uns unglaublich wohl und genießen jedes Wiedersehen.

Guatemala hat sich natürlich über die Jahre sehr verändert – positives und negatives – aber eines müssen wir festhalten – so sicher wie diesmal haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt. Was leider ein großes Problem ist, das ist der Verkehr – in den letzten 40 Jahren hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt, somit auch die Anzahl der Autos und Motorräder – leider ist die Infrastruktur nicht wirklich mitgewachsen. Für Strecken, für die wir in Mattias‘ Kindheit 1:30 Stunden gebraucht haben (z.B. von zu Hause ans Meer) braucht man jetzt 4:00 bis 5:00 Stunden – der Verkehr ist jedoch recht passiv – wenig Aggression – wenn man also die langen Zeiten einplant und es einfach so nimmt wie es ist – dann ist alles gut – trotzdem kann ich die Einheimischen verstehen, die damit jeden Tag zu tun haben und sich darüber aufregen!

Ein ganz besonderer Dank geht an die gesamte Familie Ponce, die Seniors, Toté, Carmen Amalia und Yeko für ihre unglaubliche Gastfreundschaft und Freundschaft, dafür, dass wir bei ihnen wohnen durften, sie uns ans Meer gebracht haben, sie uns bekocht und bewirtet haben usw. usw., aber vor allem, dass wir uns bei ihnen als Teil der Familie fühlen durften. An Mario und Anita für ihre Zeit mit Gertrud, an Guicho und das gesamte Team, das unser Klassentreffen so großartig organisiert hat, an Claudia U. für die wunderschönen Tage am Meer, an Ludwine und ihre Familie für diesen unglaublichen kulinarischen Abschluss und natürlich an alle anderen, die unseren Aufenthalt in Guatemala wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

 

Bis zum nächsten Mal, Guatemala und zwar mit Passepartout!!

Gertrud & Mattias

 

**Tags:**

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