Ljubljana – drei Tage zum Geburtstag
Diese Reise war schon was Besonderes: Helmut und Regina haben Gertrud die drei Tage in Ljubljana zu ihrem runden Geburtstag geschenkt. Und was sollen wir sagen – es war einfach schön, zwar mit 36 Grad sehr heiß, aber deshalb gabs am Prešeren Platz feinen künstlichen Regen zur Abkühlung. Viel Zeit zum Herumschauen, gutes Essen ohne Ende und zwischendurch auch mal die Seele baumeln lassen.
Tag 1 – Ljubljana zu zweit erobert
Am ersten Nachmittag waren wir erst mal nur zu zweit unterwegs. Helmut und Regina haben’s sich lieber im Hotel gemütlich gemacht – Whirlpool auf der Dachterrasse, Blick auf die Burg, was will man mehr.
Unser erster Weg hat uns zum Kongresni trg geführt, dem Kongressplatz – einer der schönsten Plätze der Innenstadt. Daneben steht das imposante Gebäude der Universität Ljubljana, früher der Landespalast. Da haben wir auch gleich unser erstes gemeinsames Foto gemacht.
Weiter sind wir durch die Altstadt geschlendert, immer an der Ljubljanica entlang. Und Ljubljana hat uns sofort gepackt: hübsche alte Häuser, kleine verwinkelte Gassen, überall Cafés und Restaurants, und immer wieder der Blick hoch zur Burg.
Natürlich mussten wir auch was Süßes probieren: die kleinen Schokokugerln „Dragon Balls“ bzw. „Zmajeve kroglice“. Passend dazu haben wir gleich noch mehr über den Drachen von Ljubljana erfahren, das Wappentier der Stadt – und der hat tatsächlich einiges mit unserem Klagenfurter Lindwurm gemeinsam!
Beide Städte haben nämlich einen Lindwurm samt Turm im Wappen, und beide erzählen eine ganz ähnliche Gründungsgeschichte: Ein fieser Drache lebt im Sumpf am Fluss, macht die Gegend unbewohnbar, bis ihn irgendwann ein Held erledigt – erst dann kann die Stadt gegründet werden. In Klagenfurt soll der Lindwurm im Sumpf gehaust haben, wo heute die Stadt steht; der Herzog hat zur Sicherheit einen Turm bauen lassen, und ein paar Ritter haben das Vieh mit einem an die Kette gelegten Stier als Köder erledigt. In Ljubljana ist die Geschichte mit den Argonauten verknüpft: Der Drache soll in den Sümpfen der Ljubljanica gelebt haben, bis ihn Jason auf seiner Suche nach dem Goldenen Vlies besiegt hat – seither ziert der grüne Drache mit dem weißen Turm das Stadtwappen. Zwei Städte, zwei Flüsse, zwei Sümpfe, ein Drache – ein hübscher kleiner Zufall, über den wir beim Bummeln noch öfter geredet haben.
Am frühen Abend haben wir uns dann alle vier zum Essen in der Altstadt getroffen, im urigen Restaurant Slovenska hiša Ljubljančanka.
Mit dem Holzboot auf der Ljubljanica
Am Abend sind wir noch eine kleine Runde auf der Ljubljanica gefahren – und zwar mit dem einzigen traditionellen Holzboot, das auf dem Fluss überhaupt unterwegs ist.
Das war die perfekte Ergänzung zu unserem Spaziergang. Die Ljubljanica ist ja kein reißender Strom, sondern ein ruhiger, schmaler Fluss mitten durchs historische Zentrum – und genau das macht die Stadt vom Wasser aus so gemütlich.
Wir sind langsam unter den Brücken durchgeglitten und haben die Altstadt mal aus einer ganz anderen Perspektive gesehen. Am Ufer reihen sich Cafés und Restaurants, dazwischen Weiden und Bäume direkt am Wasser. Am schönsten war der Blick hoch zur Burg, die auf ihrem bewaldeten Hügel über der Altstadt thront. Und die vielen Brücken gehören natürlich auch dazu – vom Wasser aus merkt man erst so richtig, wie eng Fluss und Stadt miteinander verwoben sind.
Nach der Bootsfahrt sind wir noch über den Novi trg und Jurčičev trg spaziert, die beleuchtete Burg immer über den Dächern, bevor wir den Abend noch einmal an der Ljubljanica ausklingen ließen.












Tag 2 – Stadtführung durch Ljubljana
Am zweiten Tag stand eine Stadtführung mit einem einheimischen Guide auf dem Programm – und die war richtig spannend, jede Menge Geschichten über Geschichte und Architektur der Stadt.
Gestartet haben wir beim Nebotičnik, dem berühmten Hochhaus von Ljubljana. 1933 fertiggestellt, mit seinen gut 70 Metern damals eines der höchsten Gebäude Europas – schon das Stiegenhaus allein war ein Hingucker.
Von dort sind wir durch die Miklošičeva cesta spaziert, eine Straße voller schöner Häuser aus der Zeit des Historismus und Jugendstils, und weiter über die Čopova ulica, eine der bekanntesten Fußgängerzonen der Stadt.
Ein wichtiger Stopp: die Oper Ljubljana. Das Opernhaus stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, im Stil der Neorenaissance – der moderne Anbau bildet einen spannenden Kontrast zum alten Gebäude.
Unterwegs sind uns immer wieder schöne Fassadendetails aufgefallen – ein Haus mit steinernen Atlanten, die scheinbar die Balkone stemmen, und ein Relief mit zwei Putten und der Jahreszahl 1933. Genau solche kleinen Details haben die Führung erst richtig interessant gemacht.
Danach haben wir der Nationalgalerie Ljubljana einen Besuch abgestattet. Besonders beeindruckend: das gläserne Atrium mit dem Original des berühmten Robba-Brunnens. Francesco Robba hat damit die drei Flüsse Sava, Ljubljanica und Krka dargestellt – das Original steht heute geschützt in der Galerie.
Weiter sind wir an der historischen US-Botschaft vorbeigekommen, zum Trg republike, dem Republikplatz, mit dem markanten Hochhaus TR3. Danach zum slowenischen Parlament, dessen Portal mit den großen Bronzeplastiken echt auffällt. Durch einen Durchgang sind wir zur Ursulinenkirche gekommen, einem der bekanntesten Barockbauten der Stadt.
Über den Kongresni trg und ein paar kleine Altstadtgassen sind wir weiter Richtung Ljubljanica gewandert. Und dabei ist uns immer wieder die Handschrift von Jože Plečnik begegnet, der das Stadtbild wie kaum ein anderer geprägt hat – etwa bei der Šuštarski most, der Schusterbrücke, die er Anfang der 1930er umgestaltet hat, mit ihren markanten Säulen und Steinbalustraden.
Von dort führte uns der Weg zum Prešeren-Platz mit der berühmten Drei-Brücken-Anlage, der Tromostovje: Plečnik hat die ursprüngliche Brücke einfach um zwei seitliche Fußgängerbrücken erweitert. Direkt am Platz steht die auffällig rosarote Franziskanerkirche.
Danach sind wir durch die Altstadt zum Mestni trg geschlendert, dem Stadtplatz mit dem historischen Rathaus. Davor steht übrigens die Kopie des Robba-Brunnens – das Original hatten wir ja kurz vorher schon in der Nationalgalerie gesehen.
Ein besonders skurriler Stopp: die Ključavničarska ulica, die Schlossergasse. Dort liegt das Kunstwerk „Gesichter“ von Jakov Brdar – Bronzegesichter im Pflaster, während durch eine schmale Rinne Wasser die Gasse runterläuft. Kurz nach Mittag sind wir schließlich am Stari trg, dem Alten Platz, angekommen – da hat unsere Führung geendet.
Nachmittag am Nebotičnik
Nach der Führung waren wir auf eigene Faust unterwegs. Am Nachmittag haben wir uns oben auf der Aussichtsplattform des Nebotičnik eine Prekmurska gibanica gegönnt, einen traditionellen slowenischen Schichtkuchen mit Mohn, Topfen, Nüssen und Äpfeln. Von dort oben hat man einen tollen Blick über Ljubljana: die Dächer der Altstadt, die Burg, die Franziskanerkirche und im Hintergrund die Berge.
Danach nutzte Gina die Gelegenheit, mit ihrem Rollstuhl durch das „Gebiet mit eigenem Wetter in Ljubljana“ (Področje lastnega vremena) zu fahren und sich dabei etwas abzukühlen. Die ungewöhnliche Installation schafft eine eigene kleine Wetterzone und war bei den sommerlichen Temperaturen eine willkommene Abwechslung.
Anschließend waren wir (Gertrud und Mattias) noch in der Ausstellung „Money and Crime: A Never-Ending Race“ („Geld und Kriminalität: Ein unendliches Rennen“). Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte der Finanzkriminalität von der Antike bis zur Gegenwart. Wir fanden sie extrem interessant, weil sie anschaulich zeigte, wie sich Betrug, Fälschung und andere Formen von Finanzkriminalität im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.
Am Abend kam dann der kulinarische Höhepunkt unserer drei Tage: das Essen im JAZ by Ana Roš. Und ehrlich – das war einfach genial. Essen, Atmosphäre, der ganze Abend – das war für uns eines der Highlights der ganzen Reise.


Tag 3 – Die Burg von Ljubljana
Am dritten Tag hat es uns noch einmal mitten hinein ins Wahrzeichen der Stadt gezogen: zur Burg von Ljubljana, dem Ljubljanski grad.
Die Burg thront hoch über der Stadt und hat eine Geschichte, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Die heutige Anlage wurde vor allem im 15. Jahrhundert unter den Habsburgern ausgebaut.
Von dort sind wir zu den Aussichtspunkten gegangen. Von den Mauern aus hatten wir einen fantastischen Blick über Ljubljana bis hin zu den Bergen am Horizont – richtig schön war’s, die Stadt einmal von oben zu sehen und die ganzen Orte wiederzuerkennen, die wir an den Tagen davor zu Fuß abgeklappert hatten. Auch der Blick runter in den Burghof mit dem Uhrturm und den vielen Besuchern war interessant. Danach sind wir noch ein Stück die mächtigen Burgmauern entlanggegangen und haben die Eindrücke der letzten Tage sacken lassen.
Unser Fazit
Drei Tage Ljubljana waren eine schöne Mischung aus Stadtgeschichte, Architektur, gutem Essen und gemeinsamer Zeit.
Besonders gut hat uns gefallen, dass wir die Stadt auf ganz unterschiedliche Arten kennengelernt haben: erst gemütlich zu zweit, während Helmut und Regina im Hotel entspannt haben, dann bei einer Führung mit einem Einheimischen, danach auf eigene Faust – und am dritten Tag noch einmal ganz in Ruhe rund um die Burg.
Dazu kamen jede Menge kleine Entdeckungen, beeindruckende Gebäude, die Handschrift von Plečnik, die Ljubljanica und natürlich reichlich gutes Essen. Die abendliche Fahrt mit dem Holzboot war dabei eine besonders schöne Überraschung: die Stadt vom Wasser aus zu sehen, langsam unter den Brücken durchzugleiten und Altstadt und Burg im Abendlicht zu erleben – das war ein ganz eigener Blick auf Ljubljana. Und der Abend bei JAZ by Ana Roš bleibt sowieso unser kulinarischer Höhepunkt.
Für Gertrud war Ljubljana ein wirklich schönes Geburtstagsgeschenk von Helmut und Regina – drei gemeinsame Tage, an die wir uns alle noch lange gern erinnern werden.
Ljubljana hat uns richtig gut gefallen – eine überschaubare Stadt mit viel Geschichte, beeindruckender Architektur, gutem Essen und einer angenehmen, entspannten Atmosphäre.









































